Geschichte des Korsetts

KORSETT IM WANDEL DER ZEIT

Die faszinierende Geschichte des Korsetts: 

Eine Reise durch die Jahrhunderte

Das Korsett ist ein ikonisches Kleidungsstück, das seit Jahrhunderten die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich zieht. Von seiner ersten Erscheinung in der Antike bis zu den modernen Interpretationen in der heutigen Zeit hat das Korsett eine lange Reise hinter sich. 

Hier möchten wir  die verschiedenen Epochen des Korsetts erkunden.

Insgesamt spielte das Korsett eine komplexe Rolle in der Gesellschaft vergangener Epochen, und seine Verwendung wurde sowohl verehrt als auch kritisiert. Heutzutage ist das Korsett als tägliches Kleidungsstück weitgehend aus der Mode gekommen, wird aber dennoch in der Modeindustrie und als modisches Statement geschätzt.

im Barock und anderen Epochen, in denen das Korsett eine wichtige Rolle spielte, wurden Frauen mit einer schmalen Taille oft gesellschaftlich stärker geachtet und hatten bessere Chancen, eine gute Ehe einzugehen. Eine schmale Taille galt als Zeichen von Schönheit, Eleganz und Weiblichkeit, und Frauen wurden ermutigt, ihre Taille so eng wie möglich zu schnüren, um die begehrte Sanduhr-Silhouette zu erzielen.

Darüber hinaus war das Schönheitsideal der schmalen Taille, eng mit dem sozialen Status verbunden. Frauen aus der Oberschicht und dem Adel trugen oft aufwendig verzierte Korsetts und präsentierten sich mit einer betonten Taille, um ihren Reichtum und ihren Status zu zeigen. Dies half ihnen, in der Gesellschaft akzeptiert zu werden und bessere Heiratsmöglichkeiten zu haben.

 

Antike und Mittelalter

Die Ursprünge des Korsetts

Die Wurzeln des Korsetts reichen bis in die Antike zurück. Bereits im antiken Griechenland und Rom verwendeten Frauen sogenannte “Brustbänder” oder “Mammillare”, um ihre Brüste zu unterstützen und zu formen. Diese Bänder waren jedoch nicht mit den strukturierten Korsetts vergleichbar, wie wir sie heute kennen.

Im Mittelalter trugen Frauen Korsett-ähnliche Unterwäsche, die als “Körperlein” bekannt war. Sie halfen dabei, die Körperform zu glätten und eine gerade Haltung zu fördern. Allerdings waren sie nicht so eng geschnürt oder formend wie die späteren Korsetts.

Korsett bzw. korsettähnliche Unterwäsche bestand hauptsächlich aus Leinen und Baumwolle, da diese Materialien leicht zu beschaffen waren. 

Da es nur natürliche Stofffärbefarben gab, symbolisierten die Farben der Stoffe auch den Stand. Die Farbe blau war sehr aufwändig und kostspielig herzustellen und somit den königlichen Gewändern vorbehalten. Daher der Name Königsblau. Geistliche trugen scharlachrote Roben und die einfache Bevölkerung kleidete sich in Braun-und Grüntöne, deren Farben aus Pflanzen und Erde hergestellt werden konnte.

In der Antike und im Mittelalter wurden verschiedene Körperformen als schön und attraktiv angesehen. In einigen Kulturen galten beispielsweise runde, üppige Formen als Symbol für Fruchtbarkeit und Weiblichkeit. Es gab keine klare Präferenz für eine bestimmte Körperform, und die Schönheitsideale waren vielfältig.

Renaissance

Die Geburt des strukturierten Korsetts

Es war die Renaissance, die eine bedeutende Veränderung in der Entwicklung des Korsetts einleitete.

Während der Renaissance , ab dem 16. Jahrhundert, begann sich die Vorliebe für die Sanduhrfigur zu entwickeln. Die weibliche Silhouette mit einer schmalen Taille und einer betonten Brustpartie wurde im Verlauf dieser Epoche immer stärker als Schönheitsideal angesehen. 

Frauen mit einer begehrten  “Wespentaille” galten demzufolge als besonders attraktiv und weiblich. 

In der Renaissance entwickelt sich das Korsett zu einem strukturierten und formenden Kleidungsstück. Konische und birnenförmige Schnitte betonten die Taille und erzeugten eine sanduhrähnliche Figur.

Im Verlauf dieser Epoche wurde das Korsett immer stärker zu einem Symbol für Reichtum und sozialen Status. Nachdem es Anfang der Renaissance noch aus schwerem Leinen hergestellt war, wurde es später aus teuren Materialien wie Seide oder Brokat gefertigt und mit aufwändigen Verzierungen, Perlen und Spitzen versehen. Diese luxuriösen Materialien verliehen den Korsetts einen königlichen und prunkvollen Charakter und unterstrichen den sozialen Status der Trägerin.

Eine berühmte Vertreterin der Renaissance war Queen Elisabeth I. ( The Virgin Queen). Ob sie allerdings tatsächlich kegelförmige Korsetts trug, wie auf diversen Gemälden dargestellt, bleibt bis heute fraglich. Mittlerweile geht man davon aus, dass es sich um idealisierte Darstellungen handelte.  Die Gemälde demonstrierten ihren königlichen Status und Machtanspruch auf die englische Krone.

Elizabeth I. war bekannt für ihr maskenhaftes, weißgepudertes Gesicht. Sie verdeckte mit Talkumpuder, Zink, Quecksilber usw. ihre Pestnarben. Eine Mode, die sich im Barock stark fortsetzen sollte.

Viktorianisches Korsett
Barockes Korsett
Reform Korsett
Renaissance Korsett
  •  Barock und Rokoko

Opulenz und Extravaganz

 

Die Barock-Ära war eine kulturelle Epoche zwischen 1600 bis etwa 1750. Sie war geprägt von einer extrem opulenten, prachtvollen Ästhetik und der Adel nutzte diese Zeit um seine Macht durch prächtige Kunst, Architektur, Mode und Lebensweise zu demonstrieren. Das Barock ist eine der kunsthistorisch bedeutendsten Epochen. Ebenso war es auch eine Zeit der religiösen und politischen Umwälzungen mit absolutistischen Monarchien, sowie der Reformation und Gegenreformation. Nach dem Barock folgte das Rokoko ( Zopfstil)ca. 1750-1790, welcher sehr stark durch verspielte, sinnliche oder ländlich- idyllische Strukturen geprägt war.

Frankreich entwickelte sich in dieser Zeit, vor allem unter dem absolutistischen Sonnenkönig Ludwig zum Zentrum des kulturellen Lebens.  

Auch in der Mode spiegelte sich die Verschwendung dieser Epoche wieder und die Adligen zeigten durch ihre prunkvolle Kleidung und Accessoires ihre Macht und ihren hohen sozialen Status.

Die Gesichtshaut wurde weiß gepudert um sich optisch von der arbeitenden Bevölkerung mit ihrer gebräunten Haut, abzuheben und weißgepuderte Perücken wurden ein Symbol für Macht und Reichtum. 

Im Barock konnte der Zusammenhang zwischen mangelnder Hygiene und Ausbreitung von Krankheitskeimen aufgrund medizinischer Unkenntnis noch nicht hergestellt werden und insbesondere in den Städten wurde der Bevölkerung selten Zugang zu sauberem Wasser ermöglicht. Dies begünstigte nicht nur Epidemien, sondern förderte gleichzeitig auch die Abneigung gegen Wasser. So steht das Barock in großem Widerspruch zwischen Prunk, Protz, Hochkultur und mangelnder Hygiene. Schmutz wurde einfach weggepudert. Unter den Perücken, auf den ungewaschenen Haaren nisteten kleine Tierchen. Die starken Schweiß- und Körpergerüche wurden mit teils giftigen Duftstoffen bekämpft und in der Regel schlief man in seiner schmutzigen Tageskleidung. ( Man möchte eigentlich nicht in einer größeren Menschenmenge dabei gewesen sein) 

Und währenddessen baute die vorherrschende Gesellschaft prunkvolle, edle Badepaläste und feierte opulente Badefeste.

In dieser extrem verschwenderischen Barock- und Rokoko-Ära auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung, gewann das Korsett  immer stärker an Einfluss und erreichte hier seinen Höhepunkt in Bezug auf Opulenz und Extravaganz. Die Korsetts wurden aufwendig verziert und mit Goldfäden oder Edelsteinen geschmückt.

Eines der herausragenden Merkmale des barocken Korsetts war die Verwendung eines Stahlgestells, um Form und Struktur zu verstärken. 

Zu dieser Zeit wurden Korsetts so eng geschnürt, dass sie die Atmung und Bewegungsfreiheit der Frauen stark einschränken konnten.
Das Tragen von Korsetts wurde ein allgegenwärtiger und normaler Bestandteil der weiblichen Bekleidung, unabhängig von der sozialen Stellung der Frau. Nicht nur Hofdamen, sondern auch nichtadelige Frauen trugen Korsetts, die i.d.R. jedoch schlichter waren.

Die Mode dieser Epoche war geprägt von einer hohen Betonung der Brust und einer stark verengten Taille. Das Korsett erzeugte diese Silhouette, die als besonders schön und feminin angesehen wurde. 

Das Tragen von aufwändig verzierten Korsetts aus teuren Materialien galt als Statussymbol. Adlige und wohlhabende Frauen stellten durch ihre prunkvollen Korsetts ihre finanzielle Stellung und ihren sozialen Status zur Schau.

Das barocke Korsett drückte die Brüste stark nach oben. Um diesen Effekt zu verstärken,  wurde auf der Brustpartie oftmals ein separates Mieder/Corsage über dem Korsett getragen. In manchen Fällen trugen Frauen auch mehrere Korsetts übereinander um eine noch stärkere “Wespentaille” zu erzielen.

Korsetts schufen die glatte und proportionierte Körperform, die die Mode der barocken  Damenbekleidung unterstrich. Das Korsett verhalf zudem zu einer aufrechten Haltung und stützte den Oberkörper um die opulenten und extrem schweren Barockkleider überhaupt tragen zu können.

Französische Revolution

Die Verschwendungssucht des Adels stand in krassem Gegensatz  zur Armut der arbeitenden, hungernden Bevölkerung und es entstanden große, soziale Unruhen. Unterstützt durch intellektuelle Aufklärer, wie Voltaire, führte dies im Jahre 1789 letztlich zur 1. französischen Revolution. Das Volk entledigte sich des verhassten Königs und Adels auf dem Schafott oder verbürgerlichte deren Reichtum und Privilegien. Es wurde die 1. französische Republik ausgerufen und die Bevölkerung zu freien Bürgern mit gleichen Rechten ernannt.   

  • Die Guillotine kam in der französischen Revolution zum ersten Mal zum Einsatz und ist ein Symbol für diese Revolution. Sie wurde von Ärzten und Ingenieuren, als rasche und effiziente Tötungsmaschine entwickelt. Den Namen verdankt sie dem Leibarzt des Königs, Jacque Guillotine, welcher sich für “h
    umane” Tötungsmethoden einsetzte. ( Die armen Nachkommen mit diesem Namen… ):O:(  )

Auch in der Modewelt entledigte man sich der opulenten, unbequemen und teuren Kleidung des Adels und es kam nun der Empire Stil in Mode. Dieser Stil orientierte sich an den Gewändern der alten Griechen und einfache, leicht fallende und fast durchsichtige Kleider in A-Linie, welche unterhalb der Brust geschnürt waren, wurden modern.  

Gleichheit, Freiheit und Brüderlichkeit waren die großen Schlagwörter der Revolution und die Befreiung vom Korsett wurde als das Ende der feudalistischen Adelsherrschaft gefeiert. Männlein und Weiblein trugen oft ähnliche Kleider und drunter sehr revolutionär, oftmals…nichts.

Nach dem Ende der napoleonischen Kriege  und der Restauration der Monarchie kehrte die Mode wieder zu traditionelleren Kleidern zurück. Frauen trugen Gewänder mit schmalerer Taille und extrem weiten Reifröcken. Man feierte auch wieder große Bälle in aufwendigen Roben. Das Tragen von Korsetts war zwar ein alltägliches Kleidungsstück, aber nicht mehr so ausgeprägt, wie zuvor im Barock und Rokoko.

Mitte des 19.Jhd im viktorianischen Zeitalter, kehrte die Sehnsucht nach der extrem ausgeprägten “Wespentaille” jedoch umso stärker  zurück und es folgte die exzessivste Trageperiode des Korsetts.

Das 19. Jahrhundert

Das Viktorianische Zeitalter ( Belle Epoque) und die Reformkorsetts

Den Höhepunkt, sowohl in Bezug auf Verbreitung als auch auf die extremsten Ausprägungen, erreichte das Korsett im späten 19. Jahrhundert und in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts. Diese Periode wird oft mit der Zeit der “Belle Époque” in Verbindung gebracht, die etwa von 1871 bis 1914 dauerte. 

Die Belle Époque war eine Ära des gesellschaftlichen und kulturellen Aufschwungs, die von einem Streben nach äußerem Glanz und Eleganz geprägt war.

In dieser Zeit wurden strenge Schönheitsideale gepflegt.

In der Belle Époque waren Korsetts ein wichtiger Teil der Damenmode und des Schönheitsideals. Die Mode war von einer starken Betonung der weiblichen Taille und einer üppigen Brustpartie geprägt, die nur durch Korsetts erzielt wurde. 

Das Tragen von Korsetts war in dieser Zeit exzessiv. 

Die Korsetts waren hochgradig formend und wurden aus steifen Materialien wie Stahl, Leinen oder Baumwolle hergestellt. Sie waren mit flexiblen Stahlspiralen oder -stäben verstärkt, um die Taille zu reduzieren und die Formung zu verbessern. Die Rückenschnürung ermöglichte es, die Korsetts eng und fest anzupassen, um die gewünschte Silhouette zu erzielen. 

Die Korsetts wurden weiterhin mit Spitze, Bändern und Verzierungen versehen, aber der Schwerpunkt lag mehr auf Funktionalität, als auf barocker Opulenz.

Der Höhepunkt des Korsetts blieb jedoch nicht ohne Kritik. Viele Frauen mussten sich mit den gesundheitlichen Risiken des exzessiven Tragens von Korsetts auseinandersetzen, darunter Atembeschwerden, Magenbeschwerden, Muskelverspannungen und Haltungsschäden. Dennoch wurde das Schönheitsideal und die Mode der Belle Époque stark von dieser betont weiblichen Silhouette beeinflusst.

 Die Gesundheitsbedenken hinsichtlich der Korsetts nahmen zu, und Ärzte und Frauenrechtsaktivisten begannen, die schädlichen Auswirkungen zu kritisieren. Infolgedessen entstanden sogenannte “Reformkorsetts” oder “Gesundheitskorsetts”. Diese waren lockerer geschnitten und konzipiert, um die Taille weniger einzuschränken und die Atmung zu erleichtern. Es wurde auch mehr Wert auf eine aufrechte Haltung und den Tragekomfort gelegt.

Das Tragen von Korsetts war nicht auf eine bestimmte soziale Schicht beschränkt, sondern erstreckte sich auf Frauen verschiedener gesellschaftlicher Hintergründe. Frauen aus wohlhabenderen Familien konnten sich oft aufwändig verzierte und maßgeschneiderte Korsetts leisten, während Frauen aus einfacheren Verhältnissen schlichtere Versionen trugen.

  • Während der Belle Époque waren Korsetts ein wesentlicher Bestandteil der Damenbekleidung und wurden als notwendig erachtet, um den damaligen Schönheitsidealen zu entsprechen. Es war eine Zeit, in der äußere Erscheinung und Mode einen hohen Stellenwert hatten und von Frauen wurde erwartet, das Schönheitsideal der Sanduhr-Silhouette  ( S-Form) zu präsentieren.
Frühes 20. Jahrhundert 

Das Ende der Ära des starren Korsetts

 

Im frühen 20. Jahrhundert begann der Einfluss des Korsetts allmählich abzunehmen, aus folgenden Gründen, die eng miteinander verflochten sind:

 

Änderung der Mode: 

Die Mode im 20. Jahrhundert veränderte sich radikal, und ein schlankeres, flacheres Erscheinungsbild wurde bevorzugt. In den 1920er Jahren wurde der flache, androgyne “Flapper”-Look populär, der eine schlanke, unbeschwerte Körperform betonte. Unter der Kleidung trug man nun lässige Unterwäsche, wie Teddies oder Bandeau-BH´s, die den androgynen Modecharakter unterstrichen. Dies stand im völligen Gegensatz zur Sanduhr-Silhouette, die durch das Korsett erzeugt wurde.

 

 Bessere Gesundheitsaufklärung:

Im Laufe des 20. Jahrhunderts gab es eine bessere Gesundheitsaufklärung, und die schädlichen Auswirkungen von extrem engen Korsetts wurden besser verstanden. Mediziner und Frauenrechtsaktivisten warnten vor den gesundheitlichen Risiken, die mit dem Tragen von eng geschnürten Korsetts verbunden waren. Dies führte dazu, dass Frauen sich bewusster um ihre Gesundheit und ihr körperliches Wohlbefinden kümmerten und das Tragen von Korsetts in Frage stellten.

   

Frauenbewegung und Emanzipation: 

Die Frauenbewegung und die Forderung nach Gleichberechtigung gewannen im 20. Jahrhundert an Bedeutung. Frauen strebten nach mehr Unabhängigkeit und Selbstbestimmung und wollten nicht länger durch enge Korsetts eingeschränkt werden. Das Tragen von Korsetts wurde als Symbol der Unterdrückung betrachtet und mit den überholten gesellschaftlichen Normen in Verbindung gebracht. Das Abschaffen des Korsetts war eine echte Revolution.

   

Komfort und Bequemlichkeit:

Mit der zunehmenden Industrialisierung wurden bequemere und lockerere Kleidungsstücke beliebter. Frauen durften endlich arbeiten und bevorzugten Kleidung, die ihnen mehr Bewegungsfreiheit und Komfort bot. Die Einschränkungen und Unbequemlichkeiten, die mit dem Tragen von Korsetts einhergingen, waren nicht mehr zeitgemäß. Designer, wie Coco Chanel erkannten die neuen Bedürfnisse und schufen legere und lockere Kleidung.

     

Veränderung der Körperschönheitsideale:

Im Laufe des 20. Jahrhunderts veränderten sich die Schönheitsideale und die Vorstellung von einem “perfekten” Körper. Die Modewelt begann, unterschiedliche Körpertypen zu akzeptieren und zu feiern, und die Idee einer festgelegten “Schönheitsnorm” wurde zunehmend infrage gestellt.

 

Materialknappheit nach dem 1. Weltkrieg

sowie

 

Die aufkommende Reformbewegung

 

All diese Faktoren führten dazu, dass das Korsett im 20. Jahrhundert aus der Mode kam und das traditionelle Schönheitsideal der Sanduhrfigur mit einer extrem schmalen Taille, allmählich an Bedeutung verlor. Obwohl das Korsett als alltägliches Kleidungsstück weniger gebräuchlich wurde, lebte es dennoch weiterhin als modisches Accessoire in der Abendmode. 

In den 1930er und  1940er trug man unter der Kleidung häufig Hüftkorsetts mit Strumpfhalter um die Strümpfe ( ab den 40er auch Nylons ) zu befestigen, da es noch keine Feinstrumpfhosen gab. 

In den 50er kamen dann die ersten Torselettes aus elastischen Materialien auf den Markt. Mittlerweile gibt es sie in vielen Variationen, auch bekannt, als Bodyshaper.

Berühmte Designer und Künstler, wie Jean-Paul Gaultier und Madonna, erweckten das Korsett in den 80er mit außergewöhnlichen Kreationen und Darstellungen wieder zum Leben.

Die Metapher “vom Korsett befreien” stammt aus dieser Zeit und wurde von Frauenrechtsaktivisten und Feministinnen verwendet, um die Befreiung von traditionellen Geschlechterrollen auszudrücken. Es symbolisierte den Wunsch nach Selbstbestimmung und Autonomie.

Das Korsett in der heutigen Zeit 

Mode und Kultur 

In der heutigen Zeit sind die Schönheitsideale vielfältig und umfassen verschiedene Körperformen und -größen. Die Vorstellung von Schönheit hat sich diversifiziert und beinhaltet die Wertschätzung von unterschiedlichen Figurtypen. Es gibt jedoch immer noch einen gewissen Einfluss des historischen Schönheitsideals der Sanduhrfigur, und viele Frauen streben immer noch nach einer definierten Taille und einer ausgewogenen Körperform.

Insgesamt ist das Schönheitsideal der Sanduhrfigur ein Produkt historischer Entwicklungen, kultureller Einflüsse und sozialer Normen. Die Vorstellung von Attraktivität verändert sich jedoch im Laufe der Zeit und spiegelt die Vielfalt der individuellen Schönheit wider. 

 

Heute mag das Korsett nicht mehr die dominante Rolle in der Damenmode spielen, aber es wird immer noch als kulturelles und ästhetisches Symbol geschätzt. Die Geschichte des Korsetts ist ein Spiegelbild der sich wandelnden Ideale von Schönheit und Mode im Laufe der Jahrhunderte. Es ist ein sehr sinnliches Kleidungsstück, welches zweifelsohne  seine Faszination und Aufmerksamkeit nie verlieren wird. Es verbindet Nostalgie und Romantik mit Weiblichkeit und Sinnlichkeit.

Die Rückkehr des Korsetts: 

Inmitten der Gleichstellung der Frau haben sich neue Ansichten über Weiblichkeit und die Befreiung von traditionellen, stereotypen Geschlechterrollen entwickelt. Heutzutage erleben wir eine faszinierende und inspirierende Renaissance der Weiblichkeit. Das Korsett wird nicht mehr als Symbol der Unterdrückung betrachtet, sondern als ein kunstvolles und elegantes Accessoire, das die Weiblichkeit und die einzigartige Körperform einer Frau unterstreicht. 

Jede Frau kann heutzutage frei entscheiden, wie sie leben möchte und was sie gerne trägt. Und wenn eine Frau ihre Weiblichkeit mit einem eleganten Korsett oder einer sinnlichen Corsage zum Ausdruck bringen möchte, hat das dieselbe Gültigkeit, wie wenn eine Frau, lässige Jeans und sportliche Turnschuhe bevorzugt.

 
 
 

Trotz neuester, innovativer Materialien und besonderer Schnittformen ist das viktorianische Korsett bis heute das einzige Kleidungsstück, welches die Taille dauerhaft reduzieren kann.

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